Erkältungen vorbeugen –
Stärken Sie ihr Immunsystem
und geben Sie Viren keine Chance
Fast jeder Erwachsene fängt sich jährlich zweimal eine Erkältung ein, Kinder sogar bis zu achtmal. Die meisten Menschen erkälten sich im Herbst und Frühling in den Monaten Oktober bis April.
Das hat seinen Grund: In der nasskalten Jahreszeit ist das Immunsystem geschwächt, weil sich die Menschen meist in trockenen, überhitzten Räumen aufhalten und sich häufig vitaminärmer ernähren.
Unser Erkältungs-Ratgeber informiert Sie und versorgt Sie mit hilfreichen Tipps, wie Sie einer Erkältung vorbeugen können und falls es Sie schon erwischt hat, wie Sie schnell wieder fit werden.
Bei einem grippalen Infekt, auch Erkältung genannt, handelt es sich um eine durch Viren verursachte Infektion der oberen Atemwege. Die Krankheitserreger befallen die Nasen-, Hals- und Bronchialschleimhäute (Lunge). Dies kann Halsschmerzen, Schnupfen, Husten und Heiserkeit, sowie fast jede beliebige Kombination dieser Symptome zur Folge haben. Unser Abwehrsystem arbeitet dann auf Hochtouren, was zu einer erhöhten Körpertemperatur (Fieber) führen kann und der Erkrankte sich abgeschlagen, schwach und müde fühlt.
Kälte kann die Infektion begünstigen, der eigentliche Auslöser ist jedoch eine Infektion mit Viren.
Übertragen werden die Viren (zum Beispiel Adeno-, Rhino-, Parainfluenza-, Coxsackie- und RS-Viren) durch die Atemluft mittels Tröpfcheninfektion oder durch Berührung kontaminierter Gegenstände per Kontakt- oder Schmierinfektion.
Die ersten Symptome eines grippalen Infekts zeigen sich circa zwei Tage nach Infektion. Die Erkältung beginnt meistens mit Schluckbeschwerden und Kratzen im Hals. Nicht viel später macht sich der Schnupfen bemerkbar, die Nase kribbelt und läuft. Man fühlt sich abgeschlagen, fröstelt und hat meistens leichte Glieder- und Kopfschmerzen. Fieber, meist unter 39 Grad Celsius, kann ebenfalls auftreten. Dies ist jedoch eine „gesunde“ Reaktion des Körpers gegen die Krankheitserreger. Ein erwachsener Körper, ohne Vorerkrankungen, kommt mit Temperaturen um 39 Grad Celsius sehr gut zu recht. Steigen die Temperaturen weiter an, sollten Sie einen Arzt konsultieren. Husten entwickelt sich oft erst am Ende einer Erkältung und beginnt in der Regel mit trockenem Reizhusten.
- Gönnen Sie sich eine Auszeit und geben Sie ihrem Körper Ruhe
- Erholen Sie sich durch ausreichend viel Schlaf
- Genießen Sie wohltuend warme Bäder mit ätherischen Ölen. Diese wirken über den Blutkreislauf. Aber Achtung: Bei hohem Fieber sollte nicht gebadet werden!
- Trinken Sie viel - mindestens 2 Liter am Tag. Wir empfehlen Tee, Obst- oder Gemüssesäfte und Mineralwasser
- Nasentropfen lassen die Nasenschleimhäute abschwellen und erleichtern so das Atmen. Sie sollten jedoch nicht länger als 1 Woche maximal 2 mal pro Tag angewendet werden
- Eine Nasendusche reinigt die gesamte Nasenhaupthöhle auf beiden Seiten, löst den festsitzenden Schleim zusammen mit den darin abgelagerten Verunreinigungen
- Dampfinhalation mit in Wasser gelöstem Kochsalz oder Zusätze mit ätherischen Ölen lassen die Nasenschleimhäute ebenfalls abschwellen
- Versuchen Sie, mit hoch gelagertem Kopf zu schlafen
- Raucher sollten den Nikotionkonsum während der Erkältung zumindest deutlich einschränken, um eine weitere Reizung der Schleimhäute zu vermeiden
- Benutzen Sie stets frische Papiertaschentücher
- Das Fieber hält länger als 2-3 Tage an und / oder beträgt mehr als 39 Grad Celsius
- Der Schnupfen bessert sich innerhalb einer Woche nicht und es besteht ein Verdacht auf (Strin-,Nasen-) Nebenhöhlenbeteiligung, zum Beispiel wenn sich Schmerzen in der Strin oder im Augenbereich beim Bücken, Heben oder Husten verstärken
- Gelbliche Beläge treten im Mund- und Rachenraum (Mandeln) zusammen mit den Halsschmerzen auf
- Grünlicher, zäh schleimiger Auswurf wird abgehustet oder der Husten dauert länger als zwei Wochen
- Es besteht Verdacht auf eine Mittelohrentzündung
- Grippeartige Symptome treten nach einem Zeckenbiss auf
Schwangere, Stillende, Kleinkinder und Säuglinge sollten immer zuerst den Arzt aufsuchen!
Erkältungs-Produkte
Halsentzündung
Ein grippaler Infekt kündigt sich in den meisten Fällen mit einem kratzenden oder schmerzenden Hals an. Der Hals ist rau und trocken, das Schlucken tut weh und oft wird die Stimme heiser.
So fühlen sich die typischen Begleiterscheinungen einer Halsentzündung an. Die Ursache ist eine Entzündung der Rachenschleimhaut (Pharyngitis). Damit die Schleimhäute nicht austrocknen, sollten die Betroffenen viel trinken. Bei Entzündungen oder Schmerzen im vorderen Rachenraum eignen sich Sprays oder Gurgellösungen.
Ist auch der Kehlkopf entzündet (Laryngitis), sind Lutschtabletten sehr zu empfehlen, da die betroffenen Stellen durch Spülen nicht erreicht werden. Diese enthalten häufig Wirkstoffkombinationen aus einer antimikrobiellwirkenden Substanz und einem Lokalanästhetikum und halten die Schleimhaut zusätzlich feucht.
Die Lutschtabletten wirken schmerzstillend und entzündungshemmend.
Sinnvoll ist es, die Tablette in der Backentasche zergehen zu lassen.Nach der Anwendung von Lutschtabletten, Gurgellösungen oder auch Rachensprays sollten Sie etwa 30 Minuten lang nichts essen oder trinken, um die Einwirkzeit zu verlängern.
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Schnupfen
Schnupfen ist das Hauptsymptom der Erkältung. Meist sind es harmlose Rhinoviren, die einen Schnupfen auslösen. Doch in einem geschwächten Immunsystem können sich diese Viren schnell ausbreiten. Die Auswirkungen sind unangenehm: Entweder läuft die Nase oder sie ist verstopft und das Atmen fällt schwer.
Wir empfehlen Ihnen Nasensprays oder -tropfen mit Meersalz. Diese halten die angeschwollenen Nasenschleimhäute feucht und erleichtern bei einer verstopften Nase das Atmen, indem es den Abfluss des zähen Sekrets fördert. Bei trockener, warmer Raumluft pflegt und beruhigt eine Nasensalbe die Nasenschleimhäute.
Für Säuglinge und Kinder bieten die Hersteller spezielle Darreichungsformen mit niedrigeren Wirkstoffkonzentrationen an. Patienten mit Engwinkelglaukom, Rhinitis sicca (trockene Schleimhäute) oder schweren organischen Herz- und Gefäßveränderungen sollten außer pflegenden Sprays, die oben aufgeführten Wirkstoffe, nichts anwenden. Die Anwendungsdauer der wirkstoffhaltigen Nasensprays oder -tropfen ist auf eine Woche zu begrenzen. Sonst besteht die Gefahr der Gewöhnung, die in einen Teufelskreis führt: Die permanente Gefäßverengung schädigt die Nasenschleimhaut.
Anwendungshinweise von Nasensprays-und tropfen:
- Vor der Anwendung die Nase schnäuzen
- In der Regel reicht ein Sprühstoß pro Nasenloch
- Wirkstoffhaltige Nasensprays und -tropfen wirken nach zwei bis drei Minuten; das Wirkmaximum wird erst nach zehn Minuten erreicht, daher nicht zu früh erneut sprühen
- Konservierte Nasentropfen und -sprays sind sechs Monate, unkonservierte sechs Wochen nach Anbruch haltbar
- Nasentropfen oder -sprays zur Befeuchtung der Nasenschleimhaut mehrmals täglich anwenden
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Fieber
Fieber ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers, um sich gegen Viren und Krankheitserreger zu wehren, die sich im Organismus ausbreiten wollen. Häufig ist Fieber von Glieder- und Kopfschmerzen begleitet.
Bei einem grippalen Infekt sollte das Fieber nur dann gesenkt werden, wenn es über 38,5 Grad Celsius steigt. Spätestens wenn das Fieber steigt oder sich Schüttelfrost hinzugesellt, muss ein Arzt kontaktiert werden. Deswegen ist es wichtig, bei erhitzter Stirn, gerötetem Kopf oder starkem Schwitzen, die Körpertemperatur regelmäßig mit einem Fieberthermometer zu messen. Gegebenenfalls müssen dann auch Maßnahmen getroffen werden, die Temperatur zu senken. Dazu gibt es neben Hausmitteln wie etwa der Wadenwickel auch Medikamente, die in bestimmten Fällen zum Einsatz kommen. In der Anstiegsphase des Fiebers (Frösteln und Schüttelfrost, kalte Stirn) sollten Sie sich warm halten. Schweißtreibende Tees aus Linden- und auch Holunderblüten fördern die Schwitzkur.
Richtig Fieber messen
Die rektale Messung der Körpertemperatur ist mitunter unangenehm, ermittelt aber den genauesten Wert. Alternativ kann die Temperatur im Mund kontrolliert werden. Die Thermometerspitze muss im Mund hinten rechts oder links neben der Zunge platziert werden. Der Temperaturwert liegt etwa einen halben Grad unter dem Wert der Rektalmessung. Ungenau ist die Messung in der Achselhöhle. Um einen halbwegs genauen Messwert zu erhalten, muss das Thermometer etwa 10 Minuten in der Achselhöhle liegen.
Elektronischen Thermometer aus Kunststoff eignen sich besonders für eine sichere Temperaturkontrolle bei Kindern.
Medikamente
Liegt die Temperatur über 38,5 Grad Celsius, sollte das Fieber behandelt werden. Medikamente wie Paracetamol, Ass oder Ibuprofen senken die Körpertemperatur. Paracetamol hat die wenigsten Neben- und Wechselwirkungen und eignet sich sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Paracetamol wirkt gut schmerzstillend und sehr gut fiebersenkend. Patienten mit Lebererkrankungen dürfen kein Paracetamol einnehmen. ASS und Ibuprofen wirken überwiegend schmerzstillend, aber auch fiebersenkend.
Bitte achten Sie bei der Einnahme von Paracetamol auf die Dosierung je nach Alter und Körpergewicht!
Pflanzliche Präparate und Naturheilverfahren
Eukalpytustee
Ein Aufguss (Tee) aus Eukalyptusblättern hat eine fiebersenkende Wirkung. 25 Gramm getrocknete Eukalyptusblätter in einen Liter siedendes Wasser geben und 15 Minuten ziehen lassen. Trinken Sie vier Tassen täglich.
Wird das Fieber zu hoch, helfen lauwarme Wadenwickel und Essigsocken. Die Wickel und Socken dürfen jedoch nur bei warmen Beinen und Füßen angewandt werden.
Wadenwickel
Wasser und Apfelessig mischen. Ein Tuch darin eintauchen, auswringen und um die Waden wickeln. Der Wickel bleibt so lange liegen, bis er sich erwärmt hat. Wadenwickel sollten nicht unter der Bettdecke angelegt werden. Die Verdunstung wird verhindert und der Wadenwickel ist wirkungslos. Daher die Bettdecke zurückschlagen.
Essigsocken
Drei Esslöffel Essig in einen Liter kaltes Wasser geben. Baumwollsocken darin tränken, auswringen und anziehen. Ein paar dicke Socken darüber ziehen und ins warme Bett legen. Essigsocken nach etwa einer Stunde erneuern.
Nach starkem Schwitzen sollten sie den Bettbezug regelmäßig wechseln und nur leichte Bettbekleidung tragen. Lüften Sie das Zimmer regelmäßig in kurzen Schüben.
Durch die erhöhte Körpertemperatur schwitzen Sie stark und der Körper verliert viel Flüssigkeit. Ganz besonders wichtig ist daher, den Flüssigkeitsverlust ausgleichen: Trinken sie Kamillentee, Wasser und Vitamin-C-angereicherte Getränke zur Unterstützung des Immunsystems!
Arztbesuch
Wenn das Fieber länger als drei Tage anhält und über 39 Grad Celsius beträgt, sollten sie sich unbedingt von einem Arzt untersuchen lassen. Anhaltende Temperaturen über 38 Grad Celsius können den gesamten Organismus erheblich belasten. Chronisch oder mehrfach Kranke sollten daher nicht unnötig zögern rechtzeitig einen Arzt zu konsultieren.
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Husten
Husten entsteht durch eine Reizung der Atemwege und leitet in der Regel das Ende eines grippalen Infektes ein. Als natürliche Antwort des Körpers dient der Hustenreflex der Selbstreinigung der Atemwege.
Man unterscheidet den trockenen Reizhusten und den produktiven Husten.
1. Phase: Trockener Reizhusten
Ein Husten beginnt mit einem trockenen Reizhusten, der in der Regel durch Viren ausgelöst wird, welche in die Schleimhäute der Atemwege eindringen. Sensible Nervenfasern werden gereizt und lösen so den Husten aus, ohne dass sich überhaupt Fremdkörper oder Schleimansammlungen in den Atemwegen befinden. Diese Art von Husten ist also unnötig. Der trockene Husten reizt die Schleimhäute, was die Hustenbereitschaft zusätzlich verstärkt. Husten als Ursache des Hustens - ein Teufelskreis entsteht.
Der Reizhusten kann beispielsweise mit Hustenstiller Kapseln oder mit Tropfen behandelt werden kann. Hustenstiller sollten die Patienten am besten circa 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen einnehmen.
Zu den pflanzlichen Hustenstillern zählen Eibischwurzel und Isländisch Moos. Bei trockenem Husten wirken sie durch die einhüllende Wirkung der enthaltenen Schleimstoffe reizlindernd. Auch Sonnentaukraut, als Fluidextrakt in einem pflanzlichen Kombinationspräparat enthalten, ist bei Reizhusten geeignet.
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2. Phase: Produktiver Husten
Aus dem Reizhusten entwickelt sich innerhalb weniger Tage ein produktiver Husten, der dazu dient, den Schleim aus den Atemwegen zu entfernen. Dann helfen bei fest sitzendem Schleim Hustenlöser in Form eines Hustensaftes oder auch Retardkapseln. Sie stimulieren die Sekretion von dünnflüssigem Schleim, verflüssigen festen Schleim und beschleunigen dessen Abtransport. Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden oder allergische Reaktionen sind bei allen Hustenlösern selten.
Während der Einnahme eines Hustenlösers sollte man immer darauf achten, viel zu trinken, da sie ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr nicht wirken können.
Und bitte beachten Sie: Ein Hustenlöser sollte nicht am Abend eingenommen werden. Für diese Zeit eignet sich eher ein Hustenstiller. Achten Sie auch darauf, dass Sie Hustenstiller und Schleimlöser nicht zusammen einnehmen.
3. Phase: Erneut trockener Reizhusten
Ist die Phase des produktiven Hustens abgeklungen, tritt meist erneut ein trockener Reizhusten auf, der bis zu 8 Wochen anhalten kann. Durch die ständigen Hustenstöße sind die Schleimhäute der Atemwege besonders empfindlich. Auch dieser trockene Reizhusten hat keine Reinigungsfunktion. Er ist daher unnötig und sollte gestillt werden. Durch hustenstillende Lutschpastillen kommt der Körper zur Ruhe und die Schleimhäute der Atemwege können heilen.



